Phnom Penh – schockierend

Wie ihr ja bereits wisst, sitzen wir zurzeit in Phnom Penh die Zeit ab und warten bis wir mehr bezüglich Zarah’s Pass wissen. Morgen, Montag, können wir endlich aufs Konsulat und dann wissen wir wann wir den Pass erhalten. Bestellt ist er schon. Also nur noch eine Frage der Zeit 🙂

Ein bischen Geschichte

Wir haben uns natürlich bevor wir nach Kambodscha reisten, mit der Geschichte dieses Landes auseinander gesetzt. Hier in Phnom Penh ist diese Geschichte immer noch lebendig und man erhält zahlreiche Möglichkeiten zu erfahren, was in diesem Land vor gut 40 Jahren passiert ist. Es ist einfach unglaublich und schockierend. Wie ihr vielleicht wisst, kamen 1975 die sogenannten Khmer Rouge (oder Rote Khmer) in Kambodscha an die Macht und etablierten ein Regime, dessen Terror schlicht fast nicht zu übertreffen ist. In den vier Jahren, in denen sie an der Macht waren (durch Mitverschulden der Westmächte) ermordeten sie hunderttausende von Kambodschanern und sind für den Hungertod von weitaus mehr verantwortlich. Es wird geschätzt, dass während dieser vier Jahren rund 2-3 Millionen Khmer ums leben kamen. Ein Auto-Genozide der einmalig ist in der Geschichte.

Wir besichtigen eines der Foltergefängnisse der Khmer Rouge und waren überwältigt von all der Brutalität, die in diesem angewandt wurde. Sämtliche Opfer und Gräueltaten wurden dokumentiert und man kann durch Zimmer wandeln die voller bedrückter Gesichter sind. In vier Jahren durchwanderten über 20’000 Personen diesen Gefängnis, wurden gefoltert und so zu falschen Geständnissen gezwungen. Anschliessend wurden sie in die sogenannten Killing Fields gefahren und wurden dort brutal gemeuchelt. Ermordet wurden sie nicht durch Gewehrläufe, da die Patronen zu teuer waren, sondern durch Werkzeuge, scharfe Baumrinden, oder aber schlicht erschlagen.

Als wir auf den Killing Fields standen, wurden wir von der Geschichte schlicht überwältigt. Vor allem gibt es dort einen Baum, heute geschmückt von Trauerbändern, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die Khmer Rouge haben Kleinkinder und Babies an diesen Baum geschlagen, bis zum Tod und anschliessend in eine Grube geworfen. Erkannt hat man dies, da an diesem Baum, bei der Entdeckung der Killing Fields, noch Rückstände hingen. Wir waren schlicht schockiert und überfordert…

Die Geschichte der Khmer Rouge ist wirklich etwas, das einen wütend macht. Vor allem auch wütend auf die Westmächte, die in ihrer Aussenpolititk dies bezüglich schlicht versagten! Wir könnten noch mehr darüber erzählten, aber es ist schlicht unbeschreiblich. Wir können aber jedem empfehlen sich genauer mit dieser Geschichte auseinander zu setzten, denn es ist etwas, das die Menschheit nie vergessen sollte.

 

Das schöne von Phom Penh

Es gibt nicht nur Greuel in Phom Penh. Die Stadt ist zwar ziemlich gross und stickig, jedoch unglaublich lebendig. Es gibt riesige Märkte, die wie ein Irrgarten angelegt sind. Der Königspalast ist ein Prunkbau, der zahlreiche Schätze beherbergt. Wir genossen es sehr der Mekong-Promenade entlang zu wandern und die schönen Schiffe darauf zu betrachten. Die Promenade selbst lebt von den zahlreichen Aktivitäten der Khmer. Sogar Massen-Aerobic Klassen finden darauf statt.

Auch wenn es uns am Anfang hier nicht so gefallen hat, aufgrund der ganzen Passstresses, mögen wir die Stadt immer mehr. Wir haben uns aber nun entschlossen, dass wir morgen, nachdem wir auf dem Konsulat waren, in Richtung Sihanoukville reisen und noch ein paar Tage am Strand verbringen möchten. Eine ganze Woche Grossstadt ist dann doch genug 🙂

Beste Grüsse

Zarah & Roland

6 Gedanken zu „Phnom Penh – schockierend

    1. haha:) da gibt es zum Glück besseres zu tun.. waren an einem sehr schönem Ort am Strand! Ich kann Sandburgen bauen und du Schneeburgen, LOL:)
      Hoffe es geht dir gut? ist schön von dir zu hören, liebes Brüderlein:)

  1. Hallo ihr Lieben
    ich hab grad Sihanoukville gegoogelt… sieht wunderschön paradiesisch aus und ideal um auf einen Pass zu warten 🙂 ..ihr habt ja die Zeit.
    Pläne sind meistens schöne Theorie, die Realität macht das Pläne umsetzten erst richtig spannend, ereignisreich und wertvoll, gell. Ihr habt in der kurzen Zeit schon viel erlebt und das ist ja erst der Anfang! Schön!
    Danke für die schönen Bilder und satten Berichte, ich bin in Gedanken bei euch.
    In Liebe

    1. ja, ist wirklich sehr schön hier 🙂 haben ein ganz einfaches Bungalow und geniessen das Nichtstun… ist sehr wenig los hier, müssen nur schauen, dass wir nicht verlangweilen:) das Meer ist sehr schön! nur schade, dass sie Kambotschaner keine Ahnung von Abfallentsorgung kennen…. denke auch fest an dich und schicke dir sonnige grüsse:)

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